Ahrtal / Nürburgring, 30.07.2021, von Tobias Heine

Flutkatastrophe im Ahrtal

Nach den heftigen Unwettern in NRW / RLP und der folgenden Flutkatastrophe ist der THW Ortsverband Quedlinburg seit mehreren Wochen im Einsatz. Sie stützen unterspülte Gebäude ab, bergen Fahrzeuge, helfen bei den Aufräumarbeiten, überwachen die Standsicherheit von Gebäuden und Brücken und führen den Materialbereitstellungsplatz am Bereitstellungraum in Nürnberg. Das Schadensausmaß und Dankbarkeit der betroffenen Anwohner geht selbst erfahrenen Einsatzkräften nah.

Bild: THW OV Quedlinburg

Seit 19. Juli, nur wenige Tagen nach den heftigen Unwettern in Rheinland-Pfalz sind durchgehend etwa 20 ehrenamtlichen Einsatzkräfte des THW Ortsverbandes Quedlinburg im Breitstellungsraum am Nürburgring stationiert, um den Betroffenen vor Ort zu helfen.

Insgesamt müssen neben verschlammten und verwüsteten Häusern in dem Gebiet auch viele einsturzgefährdete Gebäude gesichert, Straßen freigeräumt und die Versorgungsinfrastruktur, wie Trinkwasser- und Stromversorgung wieder aufgebaut werden. Dabei gibt es drei Einsatzschwerpunkte für die Quedlinburger.

Mit dem Einsatzstellensicherungssystem, kurz ESS, werden beschädigte Berghänge, akut einsturzgefährdete Häuser oder wichtige Brücken während der Aufräumarbeiten auf ihre Standsicherheit überwacht. Einem Einsturz gehen kleine Bewegungen voraus, die das System erfassen und somit die Fluthelfer frühzeitig warnen kann. Besondere Bedeutung erhält das ESS bei Sicherungsarbeiten an unterspülten Berghängen oder bei Brücken, die von den Wassermassen beschädigt wurden oder durch die Hilfsmaßnahmen sehr stark belastet werden müssen, wie beispielsweise durch den Einsatz von schwerem Gerät der Bundeswehr.

Ein weiterer Teil der Helfer stützt unterspülte Gebäude mit dem Abstützsystem Holz oder anderen Stützmaßnahmen ab, um sie wieder begehbar zu machen. Je nach Bedarf unterstützen sie die Anwohner bei den Aufräumarbeiten, entfernen den extrem fest gewordenen getrockneten Schlamm mit schwerem Gerät. Sie bergen Fahrzeuge, demontieren defekte Heizungsanlagen und helfen beim Entrümpeln.

Die Dankbarkeit der betroffenen Anwohner ist für die Einsatzkräfte sehr beeindruckend. Trotz des heftigen Schicksalsschlags hört man oft Worte des tiefsten Dankes und sieht Banner mit Danksagung an den Häusern. Überrascht hat uns eine ortsansässige Pizzeria, die selbst stark betroffen war und uns aus einer mobilen Küche mit Pizza versorgt hat.

Diese Arbeiten gelingen nur, wenn durchgehend ausreichend Material, wie Bauholz, Wasser, Schutzkleidung, Paletten usw. bereitgehalten wird. Die Führung und Koordinierung des Materialbereitstellungsplatzes übernehmen Ehrenamtliche aus Quedlinburg. Der Platz ist teil des Bereitstellungsraumes am Nürburgring, der sozusagen das Basislager aller Einsatzkräfte in der Region ist. Dort füllen sie ihre Vorräte auf, Schlafen und Verpflegen sich.

Ein Ende des Einsatzes im Schadensgebiet ist für die Quedlinburger noch nicht abzusehen. „Wir hören erst auf, wenn wir fertig sind“ sind sich die Helferinnen und Helfer vor Ort trotz der Strapazen einig.


  • Bild: THW OV Quedlinburg

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