Mit einem Jahresrückblick fasste der Ortsbeauftrage Lars Deuter des Quedlinburger Ortsverbandes des Technischen Hilfswerkes am 17.02.2017 zusammen, was in 36.000 Dienststunden der Quedlinburger Helfer im vergangene Jahr 2016 passiert ist. Bei der Jahreshauptversammlung lauschten teils hochrangige Vertreter der Politik und befreundete Organisationen den Worten Deuters. Darunter waren der Landtagesabgeordnete Ulrich Thomas und Kandidat für ein erneutes Bundestagsmandat Dr. Eberhard Brecht.
Der Ortsbauftragte schaute zurück auf zahlreiche Einsätze, die erfolgreich abgeschlossen werden konnten, wie beispielsweise mehrere Vermisstensuchen, Sicherungsarbeiten an teils stark beschädigten Gebäuden in Wegeleben und Deesdorf sowie technische Unterstützung bei dem Waldbrand am Halberstädter Teckenberg. Er drückte seine Freude über die gelungene 25-Jahrfeier auf der Quedlinburger Kleerswiese aus, bei der im Mai in einer ganztägigen Schauübung das Zusammenspiel aller Hilfsorganisationen für ein breites Publikum dargestellt wurde. Hierbei konnte man das gute Ergebnis kontinuierlicher Schulungen und Übungen sehen, wie sie zuletzt in einer Großübung am Blankenburger Bahnhof unter CBRN-Lagen (chemisch, biologische, radioaktive und nukleare Gefahren) gipfelte. Insgesamt liegt der Quedlinburger Ortsverband im bundesweiten Leistungsvergleich von 669 Ortsverbänden auf dem beachtlichen Platz 21 und im Vergleich im Landesverband Berlin-Brandenburg-Sachsen-Anhalt auf Platz 2.
Die Vorbereitungen für gute Einsätze beginnen bereits im Jugendalter. Hierbei leistete die Jugendgruppe Beachtliches. In 8000 Junghelferstunden trainierten sie im letzten Jahr. Der Erfolg gibt ihnen dabei Recht. Sie erreichten beim Bundesjugendlager in Neumünster Platz 7 und sind damit bundesweit eine der besten Jugendgruppen. Das ist die Leistung der ambitionierten Jugendlichen, aber auch Erfolg der Jugendbetreuer Christoph Schreiber und Gerd Wahl.
Die Jugendgruppe ist besonders stark abhängig von den Finanzmitteln der Helfervereinigung, die an dem Tag den besonders engagierten und langjährigen Sponsor Dr. Hans Gerhard Jahn mit der Ehrennadel in Bronze auszeichnete und somit tiefsten Dank zum Ausdruck brachte. An dieser Stelle sei auch allen weiteren Sponsoren gedankt.
Am Anfang des Jahres erhilet der Ortsverband durch den Helferverein erstmals eine Vereinsfahne, die maßgeblich für die eigene Identität des Ortsverbandes beigetragen hat. Als kommende große Investition ist der Kauf einer Drohne angedacht, für den noch Spenden gesammelt werden müssen. Die Drohne soll mit einem Videoübertragungssystem und einer Wärmebildkamera ausgestatten sein. So können Vermisstensuchen in großen Flächen oder Erkundungen in unzugänglichen Vertrümmerungen deutlich effektiver durchgeführt werden, wovon verletzte Personen deutlich profitieren würden.
Großen Beifall bekam der Politik, als Deuter sich für die deutliche Erhöhung der Finanzmittel im vergangenen Jahr durch den Bund bedankte, die es erstmal in der Bestehensgeschichte des Ortsverbandes ermöglichte, alle anfallenden und notwendige Reparaturen zu bezahlen und den langjährigen Reparaturrückstau abzubauen. Gleichzeitig warnte er aber vor den zukünftig anfallenden Investitionen für Neubeschaffungen und Modernisierung, da die Technik teilweise 30 Jahre alt sei. Auch wies er auf das Problem des Helfermangels hin, den nicht nur das THW, sondern auch alle anderen Hilfsorganisationen spüren. Hierbei sprach er sich für die Einführung eines Modells aus, welches sich an der ehemaligen Wehrpflicht oder des Zivildienstes orientiert. In seinem Vorschlag sollen jungen Menschen wieder für eine gewissen Zeit zu sozialer Arbeit verpflichtet werden. Seit dem Entfall der Wehrpflicht im Jahre 2010 ist der Neuhelferzugang in allen Organisationen signifikant zurück gegangen. Früher war es nicht selten, dass Mitglieder als Wehrersatzdienstleistende zum THW kamen und als überzeugte THWler blieben. So beispielsweisebei Schirrmeister Matthias Kasper, der für 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde.
Für 10-jährige Mitgliedschaft wurde Christopher Massow ausgezeichnet. Ausgezeichnet durch die Bundesanstalt Technische Hilfswerk im Namen des THW-Präsidenten Albrecht Brömme für besondere Leistungen im Namen der Humanität wurde Michael Kalbitz für den Einsatz im Ausland und Christoph Schreiber, Tobias Heine sowie Reiner Tiebe mit dem Helferabzeichen in Gold.
Der Helferverein zeichnete als besonders engagierte Förderer und für besondere Leistungen den langjährigen Förderer Dr. Hans-Gerhardt Jahn sowie Lars Deuter, Sebastian Wallborn und Gerd Wahl mit der Ehrennadel in Bronze aus.
In den eigenen Reihen wurde durch die Quedlinburger Helferschaft Jürgen Kunze zum Helfer des Jahres gewählt.
Zu den anschließenden Feierlichkeiten wurde als Zeichen der Dankbarkeit für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und das Engagement an der Gesellschaft jeweils ein Fass Bier durch Heike Brehmer und Ulrich Thomas als Mitglieder des Landtages sowie durch Wolfgang Scheller als stellvertretender Bürgermeister Quedlinburgs, Aufsichtsratsmitglied der WoWi und zuständiger Amtsleiter ausgegeben. Von Dr. Eberhard Brecht erhielt der Helferverein in eigener Sache dankbar eine großzügige Spende.
An dieser Stelle sei im Namen der Helfer allen Familien, Partner und Arbeitgebern für die Unterstützung im vergangen Jahr herzlich gedankt.
Viele Gäste richteten sich in ihren Ansprachen an die Helfer mit den Worten „Mögen Sie immer gesund und unbeschadet aus Ihren Einsätzen zurückkehren.“
Erfolg ist das Ergebnis von Arbeit: Jahresrückblick 2016 zur Jahreshauptversammlung
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Quedlinburg, von TH
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